Besenverordnung auf Besenwirtschaften.de - Besenwirtschaften.de

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Infos & Fakten
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AUSZÜGE DER BESENVERORDNUNG

Betriebliche und räumliche Voraussetzungen
        • Es darf nur in Räumen ausgeschenkt werden, die am Ort des landwirtschaftlichen Betriebes gelegen sind, und zwar unter der Voraussetzung, daß es sich um eigene Räume handelt. Die Benutzung an-gemieteter Räume ist nur in besonderen Ausnah-
          mefällen zulässig. Die Besenwirt-schaft darf nicht mit einer anderen Schank- oder Speisewirtschaft oder mit einem Beherbergungs-betrieb verbunden sein.

        • Es dürfen bis zu 40 Sitzplätze vorhanden sein.

        • Durch den Betrieb der Besenwirtschaft darf die Straßensicherheit nicht gefährdet werden.
          Wenn das Grundstück an einer Bundes-, Landes- oder Kreisstraße liegt, gilt folgendes:
          - Innerhalb von Ortschaften sind Belange der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs
            zu beachten.
          - Außerhalb von Ortschaften dürfen neue Zufahrten und Parkplätze nur nach Erteilung
           einer  Ausnahmegenehmigung durch die für die jeweilige Straße zuständige Behörde
           angelegt werden.

        • Beim Anbringen von Werbe- oder Hinweisschildern ist folgendes zu beachten:
  Innerhalb von Ortschaften
        • ist eine straßenrechtliche Erlaubnis nicht erforderlich, wenn die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs nicht beeinträchtigt wird;
        • ist das Aufstellen von Werbeschildern bis zu einer Größe von 0,5 m² auf dem eigenen Grundstück nach der Landesbauordnung genehmigungsfrei; größere Schilder sind dann genehmigungsfrei, wenn sie nur vorübergehend aufgestellt werden.
 Außerhalb von Ortschaften
        • bedarf das Aufstellen privater Werbe- oder Hinweisschilder
        • wird an Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen einer straßenrechtlichen Ausnahmegenehmigung;
        • in der freien Landschaft einer naturschutzrechtlichen Zulassung bzw. Ausnahmebewilligung;
        • grundsätzlich einer Baugenehmigung.

        • Aus steuerrechtlicher Sicht wird der Betrieb einer Besenwirtschaft dann noch als zur Land- und Forstwirtschaft zugehörig betrachtet, wenn der Umsatzanteil aus Speisen
          und zugekauften Getränken 50 % des Umsatzes der Besenwirtschaft nicht übersteigt und außerdem nicht mehr als 51.500,- €  im Wirtschaftsjahr beträgt.

Öffnungszeiten
Die Besenwirtschaft darf höchstens vier Monate im Jahr in höchstens zwei Zeitabschnitten betrieben werden. Für die Öffnung gibt es keine besonderen Bestimmungen, d. h. innerhalb
eines Zeitabschnit
tes kann auch jeweils z. B. nur am Wochenende geöffnet sein. Es sind die
für Gaststätten allgemein geltenden Sperrzeiten einzuhalten. Personen, die in einem gemein-samen Haushalt leben, dürfen insgesamt nur vier Monate im Jahr eine Besenwirtschaft betrei-ben. Dies gilt auch dann, wenn es sich
z. B. um drei Miteigentümer an den zum Betrieb gehör-enden Rebflächen handelt, denn sonst könnten diese 12 Monate offen haben. Eine Über-schreitung der zeitlichen Begrenzung hat zur Folge, dass aus der Besenwirtschaft ein erlaubnispflichtiger Gaststättenbetrieb wird und der Betrieb bei einer fehlender Gaststätten-erlaubnis untersagt werden kann.

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UND SO ERKENNEN SIE
EINEN
ECHTEN BESEN :

Regionale Begrifflichkeiten:

Je nach Herkunftsgebiet unterscheiden sich die Bezei-chnungen von Besenwirtschaften stark. Am weiten Ver-
breitet sind:

Besen - Besenwirtschaft (Württemberg & Schweiz)
Strauße - Straußwirtschaft (Rheinland & Rheinhessen)
Kränzle - Kranzwirtschaft (Baden)
Rädle - Rädlewirtschaft (Bodenseeregion)
Häcke - Heckenwirtschaft / Maienwirtschaft (Franken)
Buschenschank / Leutgebschank (Österreich)

Quelle:
H. Vornholt, J. Grau (2001): Wein Enzyklopädie,
Artikel Straußwirtschaft. Serges Verlag, Köln 2001.
Erkennungsmerkmale

Wie auch die Namen unterschiedlich sind, so sind es auch die Zeichen oder Merkmale an denen Weinlieb-
haber saisonale Ausschankbetriebe erkennen können.
  • Am weiten verbreitet ist der Reisigbesen, wie oben
    auf dem Bild zu sehen - gerne mit bunten Bändern.
    Er wird bei Besenwirtschaften, aber auch übergrei-fend bei allen Namensgebungen verwendet.
  • Kranzwirtschaften hingegen erkännt man an dem
    ausgehängten Kranz aus Reben und/oder Efeu.
  • Straußwirtschaften haben Ihren Namen nicht vom
    gleichnamigen Vogel sondern von einem Strauß
    aus Zweigen und Blumen
    welcher ebenfalls mit
    bunten Bändern aufmerksam machen soll.
  • Rädlewirtschaften zeigen sich wie schon im Namen enthalten mit Hilfe eines Rades - ein altes Wagen-
    rad
    aus Holz mit Speichen beschmückt mit Reben
    und bunten Bändern.
  • Heutzutage findet man oft auch Hinweisschilder
    die das entsprechende Symbol enthalten.

Anzeigepflicht
Zum Betrieb einer Besenwirtschaft ist nach der Gaststättenverordnung keine Gaststättenerlaubnis erforderlich. Der Betrieb muss jedoch als Gewerbe angemeldet werden.

Außerdem besteht die Pflicht, die jeweilige Öffnung unter folgenden Angaben mindestens zwei
Wochen vorher bei der Gemeinde anzuzeigen:

      • Zeitraum, in dem der Ausschank stattfinden soll.
      • Ort und Lage, aus denen die zur Herstellung des Weines
      • verwendeten Trauben stammen sowie den Ort, an dem sie
      • gekeltert worden sind und der Wein ausgebaut wurde.
      • Die zum Betrieb der Besenwirtschaft bestimmten Räume.

Random Facts
        • Angeboten werden muss neben Wein und/oder Apfelwein auch mindestens ein alkohol-freies Getränk, jedoch kein reines Leitungswasser. An Speisen dürfen nur kalte sowie „einfach zu-bereitete warme Speisen“ verabreicht werden. Darunter sind Gerichte zu verstehen, deren Zubereitung keine besonderen Fertigkeiten und außerdem wenig Zeit und Mühe erfordert, z. B. heiße Würstchen, Rippchen mit Sauerkraut und Fertiggerichte einfacher Art.
        • Alle Personen, die in Besenwirtschaften mit Speisen und Getränken oder Bedarfsge-genständen in Berührung kommen, dürfen die Tätigkeit erst dann ausüben, wenn sie
          durch das Gesundheitsamt oder einen durch das Gesundheitsamt beauftragten Arzt belehrt wurden (§ 43 Infektions-schutzgesetz). Diese Belehrung ist nachzuweisen
          und jährlich zu wiederholen.
        • Die Früchte zur Herstellung des Weines müssen selbst erzeugt worden sein, wobei
          es keine
          Rolle spielt, ob sie auf eigenem oder aufgrund eines sonstigen Nutzungs-
          rechtes (z. B. Pacht oder Nießbrauch) genutzten Grund und Boden produziert worden
          sind.
        • Bei der Angabe von Preisen für Speisen und Getränke auf der Speise- und Getränke-
          karte sind die Bestimmungen der Preisangabenverordnung zu beachten. Es ist der Endpreis in Verbindung mit der Verkaufseinheit anzugeben.
        • Beim Inverkehrbringen von Wein besteht die Verpflichtung, ein sog. „Kellerbuch“ zu führen. Aus den Aufzeichnungen muss die Herkunft, der Tag der Lese, das Mostge-
          wicht der Trauben, eine evtl. vorgenommene Anreicherung, Entsäuerung, Süßung,
          jede Umlagerung, jeder Sorten-, Herkunfts-, Jahrgangs- und Lagenverschnitt hervor-gehen.
        • Ein Ausschank von deutschem Fasswein ist auf der Getränkekarte als „Deutscher Tafelwein“ (ohne Lage!) zu kennzeichnen.
        • Die Bezeichnungen „Schiller“ und „Weißherbst“ sind dem deutschen Qualitäts-
          und Prädikats
          wein vorbehalten. Werden solche Weine offen vom Fass oder abgefüllt - jedoch ohne amtliche Prüfung - angeboten, dürfen sie nur als „Rotling“ bzw. „Rosé
          wein“
          verkauft werden.
        • Da ein stehender Gewerbebetrieb betrieben wird, bedarf es des Namenszwanges,
          d.h. der Familiennamen mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen muss
          an der Außenseite oder am Eingang der Besenwirtschaftlich deutlich sichtbar ange-
          bracht werden (§ 15a Gewerbe-ordnung).

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en zur Besenverordnung.

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